2026Wir vom VDSKC28. Oktober 2026

Käpt’n Karotte – Frisches Essen für Nürnbergs Kinder

Regionale Zutaten, kindgerechte Speisen und starker Familienzusammenhalt: So entstand das Erfolgsrezept von Käpt’n Karotte.

Ursprünglich war nicht geplant, für kleine Kinder zu kochen, als Schuler Events vor fast 40 Jahren gegründet wurde. Der Caterer bot zunächst nur Partyservice an. Doch mit der Belieferung einer Kita begann die Geschichte eines zweiten erfolgreichen Geschäftszweigs im Bereich Kinderverpflegung. Unter der Marke „Käpt’n Karotte“ kocht heute ein ganzes Team gesunde Mahlzeiten für bayrische Kinder. Dabei setzt das Familienunternehmen auf kindgerechte Speisepläne, Nachhaltigkeit und eine enge Zusammenarbeit mit den Einrichtungen.

Start als Partyservice

Der Ursprung des Unternehmens reicht bis in die späten 1980er-Jahre zurück, erzählt Geschäftsführer Valentin Schuler. Damals gründete sein Onkel einen Party- und Eventcateringservice, der sich in und um Nürnberg schnell einen guten Namen erarbeitete. Ihn erreichten daher Anfang der 1990er-Jahre auch Anfragen von Kindertagesstätten, die ihre Kinder mit frisch zubereitetem Mittagessen versorgen lassen wollten. 1991 nahm der Caterer schließlich seine erste Kita in den Kundenstamm auf. In den folgenden Jahren kamen kontinuierlich weitere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen hinzu. Was zunächst als Ergänzung zum Veranstaltungsgeschäft begonnen hatte, entwickelte sich zunehmend zu einem eigenständigen Geschäftsfeld. Seit 2006 ist das Schuler-Team nun bereits unter der Marke „Käpt’n Karotte“ als spezialisierter Dienstleister für die Kita- und Schulverpflegung tätig. „Einige unserer Abnehmer sind mittlerweile seit Jahrzehnten zufriedene Stammkunden“, freut sich Valentin Schuler.

Familienunternehmen im Generationswechsel

Valentin Schuler ist mit dem Unternehmen aufgewachsen. Schon als Schüler half er in der Küche aus oder unterstützte bei Veranstaltungen das Serviceteam. Auch während seines Wirtschaftsinformatikstudiums blieb er dem Familienbetrieb verbunden, in dem neben seinem Onkel auch sein Vater tätig war, und packte regelmäßig mit an. 2024 ist er schließlich als Prokurist vollständig in den Betrieb mit eingestiegen und hat damit den Generationswechsel eingeleitet. Seit 2025 gehört Valentin Schuler der Geschäftsführung an. Dort verantwortet er unter anderem die Kinderverpflegung und die Produktion sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Seine langjährige Verbindung zum Betrieb verbindet er heute mit der Verantwortung, dessen weitere Entwicklung aktiv zu gestalten.

Kindgerecht, abwechslungsreich und flexibel

Zwischen 2.000 und 2.500 Mahlzeiten bereitet Käpt’n Karotte täglich zu. Beliefert werden vor allem Krippen und Kindergärten, aber auch einige Grundschulen. Das Unternehmen habe sich inzwischen als etablierte Marke mit hohem Bekanntheitsgrad positioniert, berichtet Valentin Schuler stolz. Diesen Ruf hat sich der Caterer durch kindgerechte Speisepläne, einen Bio-Anteil von rund 30 Prozent und eine ausgeprägte Kundenorientierung erarbeitet. Dabei steht für den Geschäftsführer nicht allein das Essen im Mittelpunkt. Ebenso wichtig sei es, die Bedürfnisse der einzelnen Kunden zu berücksichtigen: „Wir gehen auf die Einrichtungen ein, fragen, was sie brauchen und entwickeln gemeinsam individuelle Verpflegungskonzepte“, erklärt Schuler. Das tägliche Angebot umfasst zwei Menülinien, von denen grundsätzlich eine vegetarisch ist. Ergänzt werden die Gerichte durch Obst, Rohkost und Desserts. So bietet Käpt’n Karotte eine abwechslungsreiche Auswahl, die auf die Bedürfnisse der jungen Tischgäste abgestimmt ist.

Nachhaltigkeit gehört zum Konzept

Auch beim Einkauf legt das Unternehmen Wert auf verantwortungsvolles Handeln. Käpt’n Karotte pflegt Kontakte zu regionalen Bauernhöfen, um möglichst viele Zutaten saisonal und aus der näheren Umgebung beziehen zu können. Bereits seit 2006 ist der Caterer bio-zertifiziert. Und Nachhaltigkeit beschränkt sich hier nicht nur auf die Auswahl der Lebensmittel. Sie spielt auch im sonstigen Betrieb eine wichtige Rolle. So ließ das Unternehmen etwa eine Solaranlage auf dem Dach installieren, deren Strom die Großküche versorgt. Ergänzend dazu bezieht der Betrieb zu 100 Prozent Ökostrom, wenn die eigene Anlage gerade keinen Strom produziert. Lebensmittelreste werden außerdem zu einer Biogasanlage gebracht, wo sie zur Energiegewinnung weiterverwendet werden. Auf diese Weise berücksichtigt Käpt’n Karotte ökologische Aspekte entlang verschiedener Stationen des Betriebsalltags.

Gemeinsam für eine bessere Kinderverpflegung

Im April 2026 hat sich Käpt’n Karotte dem VDSKC angeschlossen. Valentin Schuler ist der Austausch mit Branchenkollegen wichtig. Er möchte Erfahrungen teilen, voneinander lernen und sich für gemeinsame Ziele einsetzen. Er ist überzeugt, gerade kleinere Caterer könnten davon profitieren, ihre Kompetenzen zu bündeln und den Anliegen der Branche mehr Gewicht zu verleihen. Von der Politik wünscht er sich vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und mehr finanzielle Unterstützung für Familien. Denn eine gute Verpflegung in Kitas und Schulen sei eng mit der Entwicklung und den Chancen von Kindern und Jugendlichen verbunden: „Es geht darum, allen Kindern und Jugendlichen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Zum Bildungsauftrag gehört eine gute Kita- und Schulverpflegung dazu und sollte entsprechend wertgeschätzt werden.“