2026Studie1. September 2026

Neue Studie zur Lage der Kita- und Schulcaterer

Schul- und Kitacaterer stehen im Spannungsfeld zwischen Versorgungsauftrag und Kostendruck.

Eine heute vorgestellte Studie der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) liefert einen umfassenden bundesweiten Einblick in die ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Schul- und Kitacaterer. Der VDSKC hat die Untersuchung unterstützt und war mit seinem Vorsitzenden Ralf Blauert auch in die qualitativen Interviews eingebunden.

Insgesamt 305 Unternehmen und Organisationen aus dem Bereich Kita- und Schulverpflegung haben an der Befragung teilgenommen. Es zeigte sich, dass die Branche ein großer und gesellschaftlich wichtiger Markt ist, gleichzeitig aber unter zunehmendem wirtschaftlichen Druck steht. So gaben 93 Prozent der Befragten steigende Wareneinsatzkosten als große Herausforderung an, 91 Prozent die Entwicklung der Personalkosten. Der Nettoverkaufspreis für ein Mittagessen liegt durchschnittlich bei 4,21 Euro. 71 Prozent der Befragten bewerten diesen Preis im Verhältnis zu den geforderten Leistungen als unangemessen.

Aus Sicht der Branche verschärft die öffentliche Ausschreibungspraxis diese Situation. Drei Viertel der Befragten wiesen darauf hin, dass der Preis das wichtigste Zuschlagskriterium in ihrer Region sei. Qualitätsmerkmale wie die DGE-Standards oder der Bio-Anteil spielten dagegen deutlich seltener eine entscheidende Rolle. So entstehe eine Schieflage zwischen steigenden Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit einerseits und einer weiterhin starken Preisorientierung andererseits.

Die Untersuchung macht zugleich sichtbar, wie umfangreich die Leistungen der Caterer inzwischen sind: 73 Prozent der Unternehmen stellen zusätzlich Personal zur Verfügung, 62 Prozent bieten Technik für die Versorgung vor Ort an und ein Drittel übernimmt Bildungsangebote wie Kochkurse oder Unterrichtsangebote. Zwei Drittel der Befragten bewerten die Ausstattung in den belieferten Einrichtungen dennoch als unzureichend.  Schul- und Kitacaterer sind damit längst nicht mehr nur Lebensmittelproduzenten und Lieferanten. Sie übernehmen zentrale Aufgaben innerhalb der Versorgungsstrukturen von Bildungseinrichtungen und tragen Verantwortung für Ernährungsbildung, Organisation und technische Infrastruktur.

Auch der Fachkräftemangel bleibt eine der zentralen Zukunftsfragen. Gleichzeitig wächst der Druck, Prozesse stärker zu digitalisieren und neue Technologien einzusetzen. Künstliche Intelligenz könne beispielsweise bei der Optimierung von Abläufen oder der Suche nach passenden Ausschreibungen unterstützen. Auch Robotik und automatisierte Küchentechnik werden als mögliche Antworten auf den Fachkräftemangel gesehen, sind in der Schul- und Kitaverpflegung bislang allerdings noch nicht flächendeckend etabliert.

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen sieht die Studie Wachstumspotenzial. Mit dem seit August 2026 schrittweise geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder steigt der Bedarf an Schulessen. Die Veröffentlichung verweist zudem auf ein Umsatzwachstum des Segments Schule, Mensen und Kita von 6,2 Prozent und ordnet den Bereich damit als besonders dynamischen Teil der Gemeinschaftsverpflegung ein.

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