Die Kinderverpflegung hatte Matthias Hummer bei seiner Geschäftsgründung nicht im Blick. Dennoch ist er heute sehr zufrieden mit dem Unternehmen, das er aufgebaut hat. Gemeinsam mit seinem Team sorgt er täglich dafür, dass 5.000 Kinder im Ruhrgebiet ein leckeres Mittagessen auf den Tisch bekommen. Servicekultur wird bei ihm besonders großgeschrieben.
Koch, Betriebswirt, Caterer
Als Sohn eines selbstständigen Gastronomen war Matthias Hummer früh mit den Herausforderungen und der Arbeitsbelastung der Branche vertraut. Eine dauerhafte Tätigkeit in diesem Bereich konnte er sich daher nicht vorstellen. Dennoch absolvierte er auf Anraten seines Vaters nach dem Abitur eine Kochlehre. Anschließend studierte er BWL. Nach einigen Semestern an der Uni zog es ihn zurück in die Gastronomie. Seine Selbstständigkeit begann im klassischen Restaurantbetrieb – mit „Schnitzel, Steak und Salat“, erzählt er –, entwickelte sich aber schrittweise in Richtung Eventcatering weiter. Ob Stadtfeste, Rockkonzerte oder Firmenevents, Hummer und sein Team bewirteten zunächst einige hundert, später mehrere tausend Gäste. Das Feld der Kinderverpflegung spielte damals noch keine Rolle, erinnert sich der Geschäftsführer. Erst mit der Übernahme eines anderen Caterers, zu dessen Portfolio auch die Versorgung von Kitas und Schulen gehörte, rückte das Thema in sein Bewusstsein.
Neuausrichtung in der Krise
Den entscheidenden Wendepunkt markierte die Corona-Pandemie. Während Großveranstaltungen vollständig ausfielen und auch Restaurants geschlossen wurden, erwies sich die Verpflegung von Bildungseinrichtungen als vergleichsweise stabiler Geschäftsbereich. „Wir haben die Zeit genutzt, um Rezepturen zu entwickeln und ein richtiges Konzept für die Kinderverpflegung zu erarbeiten“, erzählt Matthias Hummer. In den folgenden Jahren baute sein Unternehmen den Kundenstamm kontinuierlich aus. Heute versorgt der Caterer täglich rund 5.000 Kinder in 120 Kitas und 10 Schulen im westfälischen Ruhrgebiet mit frisch zubereitetem Mittagessen. Das 106-köpfige Team kocht jeden Tag drei Menülinien mit einem Bio-Anteil von knapp 20 Prozent, darunter auch eine DGE-zertifizierte Linie.
Guter Service als Wettbewerbsvorteil
Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf die Servicekultur seines Unternehmens. „Unser Essen ist ähnlich wie das anderer Caterer, aber unser Service ist deutlich besser“, beschreibt Matthias Hummer das Erfolgsrezept. Er versteht sich als Dienstleister mit ausgeprägter Kundenorientierung: „Wir sind sehr serviceorientiert, jederzeit erreichbar und bieten praxisnahe, unkomplizierte Lösungen für jede Problemlage.“ Diese Haltung spiegelt sich in der Unternehmenskultur wider. Tägliches Feedback, detaillierte Fehlerprotokolle sowie regelmäßige Menüplanbesprechungen mit den Kitas und Schulen gehören zum festen Ablauf. Individuelle Wünsche werden dabei bewusst berücksichtigt und Wunschgerichte in die Speisepläne integriert. Über den Arbeitsalltag hinaus investiert das Unternehmen zudem gezielt in den Beziehungsaufbau: So lädt Hummer Catering einmal im Jahr Kunden und Partner zu einem großen Sommerfest ein – ein Anlass, den das Team nicht nur zum Austausch nutzt, sondern auch um die langfristige Bindung zu stärken.
Engagement über das Tagesgeschäft hinaus
Matthias Hummer ist mit der bisherigen Entwicklung seines Unternehmens zufrieden: „Ich habe eine tolle Firma mit tollen Mitarbeitern. Ich ruhe in dem, was ich tue“, sagt er. Zugleich ist er sich der gesellschaftlichen Bedeutung seiner Arbeit bewusst. „Für manche Kinder ist das Essen in Kita oder Schule die einzige vernünftige Mahlzeit am Tag“, gibt er zu bedenken. Wenn er eine politische Maßnahme umsetzen könnte, wäre es die beitragsfreie Mittagsverpflegung für alle Kinder in Deutschland. Dieses Anliegen möchte er künftig auch im VDSKC vorantreiben. Im Januar 2026 ist er mit Hummer Catering dem Verband beigetreten, um sich besser zu vernetzen. Er sieht darin eine Möglichkeit, voneinander zu lernen, Prozesse zu optimieren und die Qualität der Kinderverpflegung insgesamt voranzubringen. Außerdem sei es wichtig, als Branche mit einer gemeinsamen Stimme aufzutreten, betont der Geschäftsführer.

