Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie hat das Bremer Modellprojekt für gesundes Schulessen systematisch untersucht und erstmals Ergebnisse veröffentlicht. Im Fokus standen Fragen danach, wie gut die Schulverpflegung in Bremen die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erfüllt und welchen Anteil ökologisch erzeugte Lebensmittel am Speiseangebot haben.
Hintergrund ist der 2018 beschlossene Bremer Aktionsplan 2025, mit dem die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung schrittweise auf hohe Qualitätsstandards und einen möglichst hohen Bio-Anteil umgestellt werden sollte. Bremen war damit bundesweit Vorreiter. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild. Im Durchschnitt erfüllten die Speisenanbieter in Bremen 57 Prozent der bewerteten DGE-Häufigkeitskriterien bei der Mischkostlinie und 62 Prozent bei der vegetarischen Linie. Nachholbedarf bestehe insbesondere bei fettreichem Fisch, Vollkornprodukten sowie Nüssen und Ölsaaten.
Deutlich positiver fällt die Bilanz beim Einsatz ökologischer Lebensmittel aus: Während der durchschnittliche Bio-Anteil in der Stadt Bremen bei 65 Prozent lag, wurden in Bremerhaven, wo der Aktionsplan nicht galt, lediglich sieben Prozent erreicht. An der Erhebung beteiligten sich elf von zwölf Speisenanbietern, die öffentliche weiterführende Schulen im Land Bremen versorgen. Die hohe Beteiligung wertet das Forschungsteam als wichtiges Signal für die Akzeptanz des Projekts.
Projektleiterin Dr. Antje Hebestreit erklärt die Bedeutung von gesundem Schulessen: „Kinder verbringen täglich viele Stunden in der Schule. Was dort auf den Tisch kommt, trägt maßgeblich dazu bei, ob Kinder lernen, gesund zu essen. Es ist einer der wichtigsten Hebel, die wir haben.“ Sie weist zudem auf die Notwendigkeit der ressortübergreifenden Zusammenarbeit hin: „Nur wenn Schulen, Caterer und Behörden an einem Strang ziehen, kommen wir ans Ziel. Bremen zeigt, dass das möglich ist.“
Das Forschungsprojekt ist noch nicht abgeschlossen. Eine dritte Erhebungswelle untersucht derzeit, wie sich die Schulverpflegung nach dem Auslaufen des Aktionsplans entwickelt hat. Zudem sollen Akzeptanz, Umsetzbarkeit sowie die Kosten einer nachhaltigen Schulverpflegung analysiert werden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Schulverpflegung in Bremen und darüber hinaus abzuleiten.

