2026Allgemein24. Februar 2026

DNSV-Gründer geht in den Ruhestand

Mit Dr. Michael Polster verabschiedet sich ein wichtiger Fürsprecher für die Kita- und Schulverpflegung in den Ruhestand.

Im Interview mit blgastro blickt Dr. Michael Polster auf seine langjährige Arbeit im Deutschen Netzwerk Schulverpflegung (DNSV) zurück. Er hatte den Verein 2008 gegründet und seitdem maßgeblich geprägt.

Was hätten Sie in puncto Schulverpflegung gerne noch erledigt gewusst?
Leider bleiben nach über 20 Jahren Engagement viele Fragen ungelöst. Zudem scheint mir, dass in der gegenwärtigen Situation die Kita- und Schulverpflegung nicht im Fokus der Politik steht. Diese scheint auch nicht bereit sich des Themas anzunehmen, geschweige denn Geld ins System zu geben. Als wir als DNSV 2013 die Schulverpflegung zur Anhörung in den Deutschen Bundestag brachten, dachten wir, dass die Sache nun endlich Fahrt aufnehmen würde. Unsere Euphorie wurde aber letztlich schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und dies hatte nicht nur mit dem Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern zu tun. Die Schulverpflegung ist das ungeliebte Stiefkind deutscher Politik. Politiker-Ausreden à la „Um das Gratis-Mittagessen finanzieren zu können, müsse man schließlich an anderer Stelle sparen“ dürfen wir nicht mehr gelten lassen! So gesehen, ist nach wie vor viel zu tun und um es in der Sprache der Schule zu sagen: Die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und kann nur hoffen, dass es die Enkel endlich besser ausfechten.

Was sehen Sie als unabdingbar im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung?
Einfach gesagt – man muss ihn umsetzen! Er ist ein Spiegel dafür, wie wir als Gesellschaft mit den Bedürfnissen unserer Kinder umgehen – und ein Indikator für den Zustand unseres Bildungssystems.
Man erinnere sich: Der Beschluss zur Ganztagsschule wurde schon 2009 von der Konferenz der Kultusminister (KMK) gefasst und 2013 durch den Beschluss zur Verbraucherbildung an Schulen erweitert. Gesundheit ist eng mit Ernährung verbunden und beide Themenbereiche sind bedeutsame Bestandteile schulischer Arbeit. Gesellschaft, Eltern und Kinder müssen das Recht auf Ganztag einfordern, der Politik auf Basis zivilgesellschaftlicher Netzwerke Dampf machen und sich nicht mit Empfehlungen und Versprechen abspeisen lassen. Zahltag sind die Wahlen, ob auf Bundes-, Landes- oder Gemeinde-Ebene.

Ganzes Interview lesen

Share