2025Wir vom VDSKC12. August 2025

Sonnenkäfer – Immer nah dran

Das Berliner VDSKC-Mitglied legt besonderen Wert auf die Nähe zu den Kindern.

Als Manuela Trzeciak und Thorsten Büchsler vor drei Jahren ihr eigenes Cateringunternehmen gründeten, wollten sie vor allem eines: Berliner Kindern ein qualitativ hochwertiges Kita- bzw. Schulessen zur Verfügung stellen. Mit ihrer Sonnenkäfer Catering GmbH haben sie sich einen Markenkern erarbeitet, der auf frischen regionalen Zutaten, persönlicher Nähe zum Kundenstamm und einem Blick für soziale Verantwortung beruht.

Es besser machen

„Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben“, erzählt Gründer und Geschäftsführer Thorsten Büchsler. Er blickt stolz auf das Wagnis zurück, dass er 2022, kurz nach Corona, eingegangen ist. Damals hat er sich zusammen mit Manuela Trzeciak selbstständig gemacht. Die beiden hatten sich im Rahmen ihrer Arbeit kennengelernt und hatten bereits Erfahrungen mit Gemeinschaftsverpflegung: „Wir kannten die Herausforderungen der Branche und dachten, dass wir einiges besser machen könnten.“ Mit der Firmengründung hätten sie Freiheit, aber auch viel Verantwortung hinzugewonnen, erinnert er sich. Gerade am Anfang, als sie noch alles zu zweit stemmen mussten, sei es manchmal schwierig gewesen. Inzwischen hat Sonnenkäfer die ersten drei Jahre gut überstanden und das Team ist auf 25 Mitarbeiter angewachsen.

Glückliche Kinder

Kita- und Schulverpflegung sei eine sehr dankbare Arbeit, erzählt Thorsten Büchsler, der eigentlich Diplom-Verwaltungswirt ist. Er ist regelmäßig in den belieferten Einrichtungen und freut sich besonders über die glücklichen Gesichter der Kinder, wenn ihnen das Essen schmeckt. Es gebe immer mehr Familien in Berlin, in denen die Kinder nicht genug zu essen bekommen, in denen es kein Frühstück gebe, erzählt er. „Umso wichtiger ist es, dass diese Kinder wenigstens eine ausgewogene, warme Mahlzeit am Tag bekommen. An dieser Stelle dürfen wir nicht sparen. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Kinder gesund aufwachsen und ihr Potenzial optimal nutzen können.“

Das Berliner System

Dass der Berliner Senat die Eltern der Stadt entlastet und die Kosten für das Schulessen bis zur 6. Klasse übernimmt, begrüßt er daher ausdrücklich. Bei der Umsetzung wünscht er sich aus Caterersicht allerdings noch einige Anpassungen: Für das aktuelle Schuljahr etwa wurden digitale Bestell- und Abrechnungssysteme für alle Cateringunternehmen verpflichtend – seitdem sind keine Dauerbestellungen mehr möglich. Stattdessen müssen die Kinder bzw. deren Eltern wöchentlich oder monatlich die Mahlzeiten vorbestellen, für manche ist das eine zu hohe Hürde. Hinzu kommt, dass Caterer die bestellte Menge liefern müssen, nicht abgeholte Essen aber nicht bezahlt bekommen. „Es kann nicht sein, dass eine erbrachte Leistung nicht bezahlt wird“, beklagt Thorsten Büchsler. Auch die Ausschreibungen seien unnötig kompliziert, sagt er, und hofft in Zukunft auf weniger Bürokratie und mehr Praxisnähe.

Gesund wachsen

Etwa 1.000 Mahlzeiten verteilt das Sonnenkäfer-Team aktuell jeden Tag an sechs Schulen und fünf Kitas. Das Essen hat einen Bio-Anteil von 80 Prozent, wobei ein Großteil der Zutaten aus der Region stammen. Aus drei Menülinien können die Kinder jeden Tag wählen, eine davon ist grundsätzlich vegetarisch. Zusätzlich betreibt der Caterer kleine Cafeterien in den Schulen, in denen die Schülerinnen und Schüler ganztägig Backwaren, Pizza, Eis und Getränke erwerben können – statt Plastik- gibt es Papiertüten, statt Einweg- Mehrwegflaschen. Für die Zukunft seines Unternehmens wünscht Thorsten Büchsler sich ein gesundes und nachhaltiges Wachstum, allerdings „ohne dabei die Unternehmensphilosophie aus den Augen zu verlieren“ – die Nähe zu den Kindern.

Einfluss nehmen

Im VDSKC engagiert sich die Sonnenkäfer Catering GmbH seit November 2024. Er wolle die Cateringgemeinschaft stärken und Einfluss auf die Bildungs- und Ernährungspolitik nehmen, erzählt Thorsten Büchsler. Die Arbeit im Verband sei eine gute Gelegenheit, um dem Thema Kinderverpflegung bundesweit Aufmerksamkeit zu verschaffen und gemeinsam höhere Ziele anzustreben. Zugleich sieht er im Engagement eine Möglichkeit, die eigene Praxiserfahrung einzubringen und Impulse für zukunftsfähige Strukturen zu geben.