2026Ausland16. April 2026

Spanien reformiert Schulessen

In Spanien treten heute neue Qualitätsstandards für die Kinderverpflegung in Kraft.

Seit dem 16. April 2026 gelten in spanischen Schulkantinen neue, verbindliche Qualitätsstandards für die Mittagsverpflegung. Mit dem Inkrafttreten des Königlichen Dekrets 315/2025 reagiert die spanische Regierung auf die wachsende Herausforderung von Übergewicht bei Kindern. Unabhängig vom sozialen Status der Familien sollen alle Kinder Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln erhalten und damit langfristig die Gesundheit der Schüler gefördert werden.

Das Gesetz wurde vor genau einem Jahr verabschiedet und räumte den Bildungseinrichtungen und den Cateringunternehmen eine Übergangsfrist ein, um die Küchenabläufe und Lieferketten anzupassen. Die nun geltenden Maßnahmen sehen eine deutliche Reduktion von verarbeiteten Produkten vor: So dürfen frittierte Speisen oder Fertiggerichte wie Pizza und Empanadas nur noch maximal einmal pro Monat serviert werden. Im Gegenzug wird der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln deutlich erhöht. Frisches Obst und Gemüse müssen täglich auf dem Speiseplan stehen, wobei fast die Hälfte der Produkte aus saisonalem und regionalem Anbau stammen soll.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auswahl der Fette und Kohlenhydrate. In den Kantinen ist die Verwendung von Oliven- oder Sonnenblumenöl nun obligatorisch, während Vollkornprodukte bei Beilagen wie Reis oder Nudeln mehrfach wöchentlich zur Pflicht werden. Auch die Proteinquellen werden neu reguliert: Rotes Fleisch wird auf einen Termin pro Woche begrenzt, während Fisch regelmäßig angeboten werden muss. Zudem sind alle Schulen dazu verpflichtet, vegetarische und vegane Alternativen bereitzustellen.

Die neuen Vorgaben gelten einheitlich für öffentliche, private und teilprivatisierte Schulen im gesamten Land. Besonders relevant für Eltern ist dabei die Kostendeckelung: Das Gesetz untersagt es den Schulen, die höheren Kosten für die qualitativ verbesserten Lebensmittel auf die Preise für das tägliche Schulessen umzulegen. Damit stellt der spanische Gesetzgeber sicher, dass die gesundheitliche Prävention alle Kinder erreicht.