Schulessen gehört weltweit zu den wichtigsten Instrumenten, um Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Das geht aus dem UNESCO Global Education Monitoring (GEM) Report 2026 hervor.
Demnach verfügen rund 84 Prozent aller Länder über ein Schulverpflegungsprogramm. Durchschnittlich 29 Prozent der Grundschulkinder erhalten kostenlose oder vergünstigte Mahlzeiten. Seit 2000 hat sich die Zahl der Länder, die Schulessen als gezieltes Instrument einer gerechten Bildungsfinanzierung einsetzen, verdoppelt. Gleichzeitig wurden seit 2020 in zahlreichen Staaten neue Programme eingeführt oder bestehende ausgebaut. Der Bericht wertet dies als Teil eines weltweiten Trends, soziale Unterstützung stärker mit Bildungspolitik zu verknüpfen.
Auch die Wirkungen sind gut belegt. Studien aus 25 Ländern beweisen, dass Schulmahlzeiten die Einschulungsraten erhöhen. Schulverpflegung trägt damit nicht nur zur Ernährungssicherung bei, sondern verbessert nachweislich die Bildungsteilhabe.
Dennoch sieht der GEM Report auch erheblichen Handlungsbedarf. So verfüge weniger als jedes zehnte Land über ein Finanzierungssystem, das konsequent auf Bildungsgerechtigkeit ausgerichtet ist. Dabei zählen Schulmahlzeiten neben Schulzuschüssen und direkter Unterstützung für Familien zu den wirksamsten Mitteln, um benachteiligte Kinder zu erreichen. Der Bericht macht zudem deutlich, warum diese Investitionen notwendig bleiben: Das UNESCO-Bildungsziel für 2030 wird weltweit voraussichtlich verfehlt. Noch immer besuchen 273 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule. Schulverpflegung allein kann diese Herausforderung nicht lösen. Der GEM Report bewertet sie jedoch als einen zentralen Baustein integrierter Bildungs- und Sozialpolitik, um den Zugang zur Schule zu verbessern und mehr Kindern einen erfolgreichen Bildungsweg zu ermöglichen.

