Beim Berliner Cateringunternehmen GREENs Unlimited ist der Name Programm: Das VDSKC-Mitglied strahlt Bio, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit nicht nur aus, sondern hat diese Werte tief im Kern verinnerlicht. Für die beiden Geschäftsführerinnen Alexandra Renner-Roman und Susan Rhattigan ist ihre Arbeit eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie sind überzeugt: Wer Kinder gut und verantwortungsvoll ernährt, legt die Basis für ein langes, gesundes Leben.
Gemeinwohl vor Gewinnmaximierung
Auch wenn ein solides wirtschaftliches Fundament für jedes Unternehmen wichtig ist, stehen finanzielle Gewinne für Susan Rhattigan und Alexandra Renner-Roman nicht im Vordergrund ihres Alltags: „Wir arbeiten gemeinwohl- und nicht profitorientiert“, erzählen sie – und meinen damit ein Wirtschaftsmodell, das sich an Kriterien wie Fairness, Nachhaltigkeit und Transparenz orientiert, um langfristig einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Für sie ist es daher selbstverständlich, die Kita- und Schulverpflegung mit Lebensmitteln aus biologischem Anbau sowie regionalen und saisonalen Produkten zu gestalten. Auch Projekte zur kindlichen Ernährungsbildung gehörten fest zur DNA des Unternehmens, erklären sie und verweisen stolz auf die GREENs-Gründerin, die bereits seit 1988 auf wertegeleitetes Handeln setzte und damit zeigte, dass gesunde, ökologische und zugleich kindgerechte Verpflegung kein Nischenthema ist.
Stark im Verbund
GREENS bildet zusammen mit der Hand.Fest gGmbH und der Schildkröte GmbH einen Unternehmensverbund. Alle drei Betriebe wurden von Eva-Maria Lambeck gegründet, sind in der Berliner Gemeinschaftsverpflegung tätig und langjährige VDSKC-Mitglieder. Zusammen produzieren sie rund 12.000 Mahlzeiten täglich, auf GREENs entfallen davon etwa 4.500 Portionen. Die Unternehmen haben unterschiedliche Schwerpunkte. Während Hand.Fest für Inklusion steht und viele Menschen mit Behinderung beschäftigt und Schildkröte im Bereich Jugendarbeit und Ausbildungen Akzente setzt, sticht GREENs besonders durch seine Ausrichtung auf regionale Produkte und Bio-Qualität hervor. Aktuell stammen 93 Prozent aller in der Küche verwendeten Lebensmittel aus biologischem Anbau. Wann immer es möglich ist, werden Zutaten aus der Region Berlin-Brandenburg bezogen. Seit der Teilnahme am Berliner VDSKC-Projekt „Wo kommt dein Essen her?“ weist der GREENs-Speiseplan die regionale Wertschöpfung transparent aus.
Ernährung trifft Bildung
Wenn es um die Qualität der Zutaten geht, wollen die beiden Geschäftsführerinnen keine Abstriche machen. Für beide ist die Kinderverpflegung mehr als ein bloßer Beruf. „Das Schulessen soll für die Kinder ein positives Erlebnis sein. Wir wollen gute Ernährung erlebbar machen“, sagen sie. Dabei ergänzen sie sich inhaltlich: Susan Rhattigan kommt aus dem Lebensmittelhandwerk. Sie ist Konditormeisterin und bereits seit 1995 für GREENs tätig, seit 2006 ist sie in der Geschäftsführung. Alexandra Renner-Roman hat ursprünglich auf Lehramt studiert und daher einen besonderen Bezug zur Bildungsarbeit. Sie wechselte 2019 zu GREENs und ist seit 2021 Geschäftsführerin. Seitdem setzt sie sich besonders für das Thema Ernährungsbildung ein. Mit drei „Lernorten“ versucht das Unternehmen Berliner Schüler für Landwirtschaft, Kochen und gesundes Essen zu begeistern. So können Schulklassen etwa zu Kochworkshops in die Großküche kommen oder beim MensaTalk über Klimaschutz auf dem Teller reden. Mit den „Entdeckermenüs“ weckt das Team zudem regelmäßig die kulinarische Neugierde der Kinder.
Hof der Zukunft
Ein besonderes Herzensprojekt des Caterers befindet sich 30 Kilometer südlich von Berlin. 2022 erwarb die Schildkröte GmbH einen Vierseithof in Wietstock/Ludwigsfelde. Mit viel Leidenschaft und im Einklang mit der Natur startete GREENs dort die Bildungsinitiative „1ha Zukunft“ – ein Ort für lebendige Umweltbildung. Kita- und Schulkinder können hier den Anbau, die Pflege und Ernte regionaler Obst- und Gemüsesorten ganz praktisch erleben und sich selbst landwirtschaftlich betätigen. Über die letzten drei Jahre wurden gemeinsam Kartoffeln, Kohlrabi, rote Beete und Schwarzkohl angebaut sowie Workshops zu Themen wie Fermentation, Wildkräuter oder Wurmkiste durchgeführt. Rund um das Projekt habe sich eine „tolle Community“ für Ernährungswissen und Bildungstransfer entwickelt, berichten Alexandra Renner-Roman und Susan Rhattigan.
Lange und gut vernetzt
Ihr Engagement für gute Gemeinschaftsverpflegung beschränkt sich nicht nur auf das eigene Unternehmen. Als Gründungsmitglied begleitet GREENs den VDSKC bereits seit vielen Jahren. Sie schätzten vor allem die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten aus anderen Bundesländern auszutauschen und Erfahrungen zu teilen, sagen die beiden Geschäftsführerinnen. „Kooperation ist wichtiger als Konkurrenz“, betonen sie. Für die Zukunft wünschen sie sich, dass Schulessen als wesentlicher Bestandteil der Schulkultur verstanden und sinnvoll in den Ganztag integriert wird. „Es braucht schön gestaltete Mensen, ausreichend Zeit zum Essen und eine faire Bezahlung aller Beteiligten.“ In diesen Punkten müsse auch von Seiten der Politik nachgesteuert werden, fordern sie.
Highlight des Jahres
Für das unermüdliche Engagement im Bereich Kinderverpflegung wurde GREENs Unlimited in diesem Jahr mit dem Frankfurter Preis ausgezeichnet. „Wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet“, erzählen Susan Rhattigan und Alexandra Renner-Roman. „Umso mehr haben wir uns über die Auszeichnung gefreut. Sie hat uns gezeigt, dass unsere Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird. Die festliche Veranstaltung war ein Highlight unseres Jahres.“

