2025Pressemitteilung16. Dezember 2025

VDSKC-Statement zur Mehrwertsteuersenkung

Am Freitag entscheidet der Bundesrat über eine Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie. Ein Schritt in die richtig Richtung.

Branche braucht nachhaltige Entlastung

Als Verband deutscher Schul- und Kitacaterer begrüßen wir die angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent ausdrücklich. Sollte die Maßnahme beschlossen werden, wäre sie ein überfälliger Schritt zur Entlastung einer Branche, die seit Jahren unter wirtschaftlichem Dauerdruck steht, obwohl sie einen zentralen Beitrag zur Bildungs- und Chancengerechtigkeit leistet. In den vergangenen Jahren sind die betrieblichen Kosten für Schul- und Kitacaterer teils drastisch angestiegen – insbesondere durch höhere Preise für Energie, Lebensmittel und Personal. Diese Belastungen treffen auf starre oder langlaufende Verträge mit Kommunen, die Preissteigerungen nur eingeschränkt oder gar nicht zulassen. So können Caterer unvermeidbare Mehrkosten oftmals nicht an die Eltern weitergeben. Die Lage spitzt sich seit Jahren zu: In Befragungen unserer Mitglieder haben wir wiederholt von Rückgängen bei den Essensbestellungen erfahren.

Versorgungssicherheit in Gefahr
Zahlreiche Cateringunternehmen berichten uns zudem von wirtschaftlichen Engpässen. Bleibt eine zeitnahe Entlastung aus, drohen Angebotskürzungen, Qualitätsverluste oder sogar Betriebsschließungen, was gravierende Folgen für die tägliche Verpflegung von Millionen Kindern und Jugendlichen hätte. Schul- und Kitaverpflegung ist ein integraler Bestandteil der Gesundheits-, Sozial- und Bildungspolitik, keine beliebige Dienstleistung. Gerade für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten stellt ein warmes, ausgewogenes Mittagessen einen unverzichtbaren Beitrag zur täglichen Ernährung dar. Eine leistungsfähige und stabile Caterer-Landschaft ist die zentrale Voraussetzung für eine verlässliche Versorgung in Kitas und Schulen. Dieser Fakt gewinnt vor dem Hintergrund, dass ab 2026 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Kraft tritt, zusätzlich an Bedeutung.

Erwartungen realistisch halten

Die anstehende Mehrwertsteuersenkung wird die wirtschaftliche Schieflage vieler Betriebe nicht vollständig beheben können. Für zahlreiche Unternehmen ist die Steuererleichterung notwendig, um bestehende Preisniveaus zu stabilisieren und Qualitätsstandards weiterhin sicherzustellen. Wir wissen zudem, dass auch viele Kommunen unter erheblichem finanziellem Druck stehen. Der Verband beobachtet bereits Bestrebungen einzelner Träger, den aus der Steuersenkung resultierenden Vorteil selbst zu nutzen, etwa zur Entlastung kommunaler Haushalte oder zur Stabilisierung eigener Budgets. Damit besteht die Gefahr, dass die Entlastung weder bei den Caterern noch bei den Eltern ankommt. Eine faire und wirksame Verteilung der steuerlichen Entlastung ist nur durch gemeinsame, verlässliche und transparente Regelungen von Kommunen, Caterern und Politik zu gewährleisten.

VDSKC fordert strukturelle Reformen

Eine kurzfristige steuerliche Entlastung wird nicht ausreichen, um die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen der Caterer nachhaltig zu bewältigen. Vielmehr braucht Deutschland eine langfristige, verlässliche und sozial gerechte Finanzierung der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen.

Wir fordern daher:

  • Bundeseinheitliche Rahmenbedingungen und eine klare Definition dessen, was eine qualitativ hochwertige Schul- und Kitaverpflegung leisten muss
  • Eine auskömmliche, planbare Finanzierung durch Bund, Länder und Kommunen
  • Eine steuerliche Gleichstellung mit den Studierendenwerken, d. h. keine Mehrwertsteuererhebung auf Kita- und Schulessen
  • Faire Vertragsbedingungen, die Kostenentwicklungen realistisch abbilden und Anpassungen ermöglichen
  • Die Anerkennung der Schul- und Kitaverpflegung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge
  • Investitionen in Qualität, Nachhaltigkeit und Fachkräftesicherung
  • Einen strukturierten politischen Dialog zur Weiterentwicklung der Gemeinschaftsverpflegung

Als Verband deutscher Schul- und Kitacaterer bieten wir an, gemeinsam mit Politik und Kommunen Lösungen zu entwickeln, um die Versorgungssicherheit, Qualität und soziale Teilhabe dauerhaft zu sichern. Die Mehrwertsteuersenkung kann ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, sie darf jedoch nicht der letzte bleiben.