Eine aktuelle Modellierung vom Institute for Global Health der Universität London (UCL) zeigt, dass eine gesunde und nachhaltige Schulverpflegung erhebliche Vorteile für die Gesundheit von Kindern sowie die Umwelt haben können. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2025 veröffentlicht.
Die Erkenntnisse der Studie basieren auf Simulationen, die untersuchen, was passieren würde, wenn jedem Kind weltweit bis 2030 eine gesunde und nachhaltige Mahlzeit in der Schule angeboten würde. Demnach könnte eine Reduktion der weltweiten Unterernährung um 24 Prozent erreicht werden, was etwa 120 Millionen Kinder entspricht. Zugleich könnten mehr als eine Million Todesfälle pro Jahr vermieden werden, die auf ernährungsbedingte Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden zurückzuführen sind.
Neben diesen gesundheitlichen Effekten hebt die Studie hervor, dass gesunde Schulmahlzeiten auch das Potenzial haben, die Umweltbelastung maßgeblich zu reduzieren. Werden Menüs etwa stärker pflanzenbasiert gestaltet, könnten Emissionen und Landnutzung deutlich verringert werden. Nach dem Modell würde dies die Umweltauswirkungen des Ernährungssystems sogar halbieren, wenn entsprechende Ernährungsstandards eingehalten werden. Die Forscher betonen zudem weitere Vorteile: Gezielte Programme könnten etwa Ernährungswissen vermitteln, die lokale landwirtschaftliche Produktion unterstützen und zur Resilienz von Lebensmittelsystemen beitragen.
Globale Ernährungssysteme sind für ein Drittel der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Aktuell werden 466 Millionen Schulkinder täglich im Rahmen von Schulessenprogrammen versorgt, was 70 Prozent des globalen öffentlichen Ernährungssystems entspricht und Regierungen einen beispiellosen Einfluss verschafft.

