2025Wir vom VDSKC10. September 2025

TRESS Lebensmittel – Die Bio-Brüder

VDSKC-Mitglied und Familienunternehmen weitet sein Bio-Angebot auf Kita- und Schulverpflegung aus.

Geplant sei es nicht gewesen, dass sie einmal alle zusammenarbeiten, dennoch funktioniere es sehr gut, erzählt Christian Tress. Er ist einer von vier Brüdern, die die TRESS Lebensmittel GmbH und Co. KG aufgebaut haben. Mit ihrer gehobenen Bio-Gastronomie und Hotellerie haben sie sich einen Namen in Baden-Württemberg und darüber hinaus erarbeitet. Seit März 2025 versorgen sie nun auch Kita- und Schulkinder mit leckerem Mittagessen in Bio-Qualität.

Familiär vorgeprägt

Die Leidenschaft für natürliche Lebensmittel und gutes Essen liegt bei ihnen in der Familie: Die Großeltern der vier Tress-Brüder hatten einen Bio-Bauernhof, den sie 1950 nach Demeter-Vorgaben neu organisierten. Die Eltern führten einen Bio-Gasthof auf der Schwäbischen Alb und setzten in den 1980er-Jahren bereits zahlreiche vegetarische Gerichte auf die Speisekarte. In dieser Umgebung wuchsen die vier Brüder Daniel, Simon, Christian und Dominik Tress auf und haben die vorgelebten Werte verinnerlicht. „Uns verbindet eine tiefe Überzeugung für ehrliche Bio-Lebensmittel und der Anspruch, nachhaltig zu handeln. Das gilt nicht nur in der Gastronomie, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, erklärt Christian Tress. Auch wenn die Brüder zunächst unterschiedliche berufliche Wege einschlugen, nach und nach sind sie alle ins Familienunternehmen zurückgekehrt.

Breites Portfolio

Heute führen die vier gemeinsam mit ihrer Mutter einen mittelständischen Betrieb mit einem großen Spektrum an Dienstleistungen aus dem Event- und Gastrobereich. Sie betreiben mehrere Bio-Restaurants, ein Bio-Hotel sowie eine Bio-Manufaktur, in der vegane Suppen und Eintöpfe für den Einzelhandel hergestellt werden. Auch Hochzeiten und Eventcatering gehören zum Angebot. Seit Anfang des Jahres reiht sich auch die Kita- und Schulverpflegung in das Portfolio mit ein. „Es war für uns ein logischer Schritt. Und das positive Feedback gibt uns recht“, sagt Christian Tress. Gerade für Kinder im Wachstum sei eine gesunde Ernährung wichtig, findet er. Denn je früher sie regionale Lebensmittel und verschiedene Geschmäcker kennenlernten, desto eher entstünde ein nachhaltiges Ernährungsbewusstsein, das sie langfristig begleite.

Gewachsenes Netzwerk

Etwa 1.000 kindgerechte Portionen kocht das Tress-Team aktuell – damit werden etwa zu gleichen Teilen Kitas und Schulen in der Umgebung beliefert. Ab dem Schuljahr 2025/26 steigt die Portionszahl auf 3.500. Der Unternehmensphilosophie treu bleibend werden auch die Kinderessen ausschließlich aus Bio-Zutaten zubereitet. Das meiste Gemüse und die Kartoffeln stammen sogar aus der direkten Umgebung in Baden-Württemberg, erzählt Christian Tress. „Wir konnten auf die Strukturen und Kontakte zurückgreifen, die wir jahrelang gepflegt hatten.“ 2021 hat das Unternehmen zudem bereits einen eigenen Produktionsstandort gebaut, der noch viel Potential für weiteres Wachstum bietet. Bis zu 15.000 Portionen pro Tag seien in Zukunft möglich.

Politisches Umdenken erwünscht

Dass Kita- und Schulessen im politischen Diskurs so wenig Aufmerksamkeit erhalte, findet Christian Tress unverständlich. In Baden-Württemberg gibt es z. B. keine finanzielle Unterstützung für Familien. Die Eltern müssen das Schulessen ihrer Kinder komplett selbst bezahlen. Auch verbindliche Qualitätsstandards fehlen bislang. Das führe dazu, dass Ausschreibungen zu oft allein anhand des Preises vergeben werden, beklagt Tress. Er wünscht sich einen stärkeren Fokus auf die Qualität der Speisen. Zudem sei die Gemeinschaftsverpflegung ­– wenn sie als zuverlässiger Abnehmer regionaler Produkte feststehen würde – ein guter Hebel, um die Bio-Landwirtschaft in Deutschland voranzubringen.

Gegenseitig helfen

Dem VDSKC haben sich die Tress-Brüder im Mai dieses Jahres angeschlossen. Bei einer Bio-Messe seien sie auf den Verband aufmerksam geworden und hätten sich in den vertretenen Werten wiedergefunden. Er freue sich darauf, andere Caterer kennenzulernen und sich gegenseitig zu unterstützen, sagt Christian Tress. Gerade im Bereich der nachhaltigen Verpflegung könne man voneinander profitieren und gemeinsam neue Impulse setzen.