2025Pressemitteilung10. Dezember 2025

Steigende Kosten, weniger Bestellungen

VDSKC-Umfrage wirft Licht auf schwierige wirtschaftliche Lage von Schul- und Kitacaterern.

Der Verband deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) hat seine Mitglieder zur Kostenentwicklung in 2025 befragt. Die Ergebnisse spiegeln die herausfordernde wirtschaftliche Situation wider, in der sich die Branche befindet.

98 Prozent der befragten Anbieter berichten von gestiegenen betrieblichen Ausgaben in diesem Jahr. Besonders stark betroffen waren die Bereiche Personal, Lebensmitteleinkauf, Reparaturen und Betriebsmittel. Laut Umfrage sind die Gesamtausgaben um durchschnittlich 8,8 Prozent angestiegen. Damit offenbaren sich bereits das dritte Jahr in Folge Kostensteigerungen, auch wenn sich die Entwicklung etwas verlangsamt hat: 2023 betrug der Anstieg noch 19 Prozent und 2024 11 Prozent.

Um diese Mehrbelastung zumindest teilweise aufzufangen, mussten 63 Prozent der Caterer ihre Portionspreise erhöhen. „2025 war für viele Cateringunternehmen erneut ein Jahr steigender Kosten und schwieriger Entscheidungen. Unsere Mitglieder versuchen weiterhin, Kindern eine hochwertige und ausgewogene Verpflegung anzubieten, stehen dabei aber unter anhaltend hohem Druck“, erklärt Ralf Blauert, 1. Vorsitzender des VDSKC. Er fordert ein entschiedeneres Vorgehen der politisch Verantwortlichen: „Wir brauchen stabile und einheitliche Rahmenbedingungen sowie eine faire Finanzierung der Kinderverpflegung in Deutschland. Nur so können wir echte Bildungsgerechtigkeit erreichen.“

Die Ergebnisse der Befragung zeigen auch: Immer mehr Familien sparen am Schulessen ihrer Kinder. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer berichten von mehr Essensabmeldungen in diesem Jahr. Und das obwohl die Preisanpassungen der Caterer moderat ausfielen. So wurden für ein Kitaessen durchschnittlich 3,97 Euro (Vorjahr 3,90 Euro), für eine Mahlzeit an weiterführenden Schulen im Durchschnitt 4,85 Euro (Vorjahr 4,82 Euro) verlangt. Der Preis für ein Grundschulessen ist mit 4,53 Euro im Durchschnitt sogar leicht gesunken (Vorjahr 4,60 Euro). Vereinzelt werden allerdings schon Preise von 6,50 Euro aufgerufen. Angesichts deutlich gestiegener Kosten spricht Ralf Blauert von einer „zurückhaltenden Preisentwicklung“.

Dazu haben auch die vorhandenen Unterstützungsangebote beigetragen. So gab die Hälfte der VDSKC-Mitglieder an, dass es in ihrer Region staatliche Subventionen fürs Kita- bzw. Schulessen gibt. Dazu zählen etwa Preisdeckel, Sozialstaffeln, Zuschüsse pro Mahlzeit oder das kostenfreie Bereitstellen von Infrastruktur. Dennoch gibt es noch immer viele Städte und Gemeinden, in denen keine Hilfe zur Verfügung steht.

Innerhalb Deutschlands kann es zu deutlichen Preisunterschieden kommen, da die Kriterien in den Ausschreibungen sehr unterschiedlich sind. Bundesweit einheitliche Standards gibt es in der Schulverpflegung nicht. Städte, Gemeinden und Schulträger entscheiden oft selbstständig, inwiefern z. B. die DGE-Standards oder Bio-Mindestquoten einzuhalten sind. Teilweise werden Caterer dazu verpflichtet, die Mensaausstattung oder Küchengeräte in den Schulen zu bezahlen, manchmal sollen sie das Essen aber auch nur anliefern und haben keine Kosten für Ausgabe und Reinigung in den Schulen zu tragen. Zudem gelten unterschiedliche Mindestlöhne in den Bundesländern.

Spürbare Entlastungen für die Branche erwartet der VDSKC auch für 2026 nicht. Die für Januar angekündigte Mehrwertsteuersenkung fällt mit einer deutlichen Anhebung des Mindestlohns zusammen. 77 Prozent der befragten Cateringunternehmen gehen daher davon aus, ihre Preise im kommenden Jahr erneut anheben zu müssen.