Eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland sind materiell benachteiligt, rund 14 Prozent aller Minderjährigen gelten als armutsgefährdet und 1,9 Millionen wachsen in Haushalten mit Bürgergeld auf. Das geht aus dem Anfang der Woche veröffentlichten UNICEF-Bericht hervor.
Viele dieser Familien könnten sich keine vollwertigen Mahlzeiten leisten. Ernährungsarmut gilt als zentrale Facette von Fehlernährung: Wenn Grundbedürfnisse wie adäquate, regelmäßige Nahrung nicht erfüllt werden, hat das einen negativen Einfluss auf die körperliche und psychische Gesundheit, aber auch auf die soziale Teilhabe. UNICEF dokumentiert, dass viele Familien in Deutschland in Armut leben oder von einem sehr niedrigen Einkommen abhängig sind. In solchen Lebenslagen werden oft günstige, wenig nährstoffreiche Lebensmittel konsumiert. Zugleich verweist der Bericht auf ein zunehmendes Problem mit Übergewicht bei Kindern. In Deutschland ist bereits jedes sechste Kind übergewichtig.
Vor diesem Hintergrund wird eine gesunde, qualitativ hochwertige Verpflegung in Kitas und Schulen besonders wichtig: Kostenloses oder stark subventioniertes Essen kann ausgleichend wirken, gerade für Kinder, die aus finanziell benachteiligten Familien kommen. Ein nährstoffreiches Kita- und Schulessen fördert gesundheitliche Chancengleichheit, stärkt die Ernährungsbildung und sorgt für Bildungsgerchtigkeit. UNICEF schlägt in seinem Bericht daher u. a. vor, Programme wie das „Startchancen-Programm“ auch in Kitas auszubauen.

